Übers Morgen nachdenken und im Jetzt wirken

Eingesetzte Werkzeuge
Was bedeutet Futures Literacy?
Futures Literacy ist mehr als Trendforschung oder Szenariotechnik. Es geht darum, sich bewusst mit unterschiedlichen Möglichkeiten der Zukunft auseinanderzusetzen – und dabei auch eigene Denk- und Deutungsmuster zu hinterfragen.
Anstatt die Zukunft vorherzusagen, lädt Futures Literacy dazu ein, Annahmen sichtbar zu machen, Alternativen zuzulassen und Handlungsräume zu erweitern. Es ist eine Denkhaltung, die Offenheit fördert und Unsicherheit als fruchtbaren Boden für neue Ideen begreift.
Wie wir mit Futures Literacy arbeiten
Bei Estuar nutzen wir Futures Literacy nicht als Buzzword, sondern als systemisch eingebettete Praxis. In unseren Formaten – insbesondere den Zukünfte-Laboren – erkunden wir mit Teams und Organisationen mögliche Zukünfte in vier Schritten:
- Reveal – wir decken auf, wie aktuell über die Zukunft gedacht wird
- Reframe – wir hinterfragen Annahmen und Logiken
- Rethink – wir entwerfen neue, alternative Zukunftsbilder
- Redo (optional) – wir entwickeln konkrete nächste Schritte und Prototypen
Diese Prozesse setzen neue Denkbewegungen in Gang – sie machen Mut und eröffnen neue Handlungsspielräume.

Wofür ist Futures Literacy gut?
Futures Literacy ist kein Selbstzweck. In einer Welt voller Umbrüche – von Klimakrise über Digitalisierung bis zu gesellschaftlichen Spannungen – brauchen wir Resonanzräume, in denen Denken über Zukünfte möglich ist.
Wir setzen Futures Literacy ein, um:
- Strategien robuster und anpassungsfähiger zu machen
- Innovationsprozesse mit Sinn zu füllen
- Komplexe Fragen aus mehreren Blickwinkeln zu beleuchten
- Menschen zu befähigen, Unsicherheit produktiv zu nutzen
Kurz gesagt: Futures Literacy stärkt kulturelle Wandlungsfähigkeit – individuell wie organisatorisch.
Projekt FUTURA: Zukünfte gemeinsam erzählen
Ein Beispiel für angewandte Futures Literacy ist FUTURA – die gute Amöbe, ein von Estuar initiiertes Projekt. Gemeinsam mit über 50 Beitragenden aus Vorarlberg und darüber hinaus wurden wünschenswerte Zukünfte gesammelt, erzählt und visualisiert.
Diese vielfältigen Szenarien dienen als Impulsgeber, als Werkzeug für Beteiligung und als Einladung, über das Gewohnte hinauszudenken. Das Projekt zeigt: Wenn viele Menschen ihre Zukunftsbilder teilen, entsteht eine kollektive Vorstellungskraft – bunt, widersprüchlich und inspirierend.
Warum das zu Estuar passt
Als Studio für Gestaltung, Prozess und Haltung arbeiten wir mit Menschen, Themen und Organisationen, die neugierig auf Zukunft sind – aber nicht auf einfache Antworten. Futures Literacy fügt sich nahtlos in unsere Praxis ein: Systemisch denken, kreativ gestalten, gemeinsam lernen.
Wir glauben: Zukunft ist kein Zielpunkt. Sie ist ein Denkraum. Und je mehr Menschen diesen Raum betreten, desto lebendiger wird unsere Gegenwart.